Gerd LAU:Können Schüler Gäste sein? (Deutsch als Zweitsprache an Österreichs Schulen). In: Deutschunterricht in Österreich (Wildner, Paul Peter Hg.). Frankfurt, Wien, ...: Lang Verlag, 1995. S. 339-351.
Präambel: Dies ist eine erweiterte und aktualisierte Fassung von "Die Öffnung der österreichischen Schulen für DaZ; Lehrpläne PA/PI; Literatur; etc." (Einblicke, S.26-39)
Fußnote auf erster Seite des Textes: Im Rahmen des Projektes der Pädagogischen Tatsachenforschung "Interkulturelles Lernen: Langfristige Perspektiven" (1989-1993) an der Pädagogischen Akademie und am Pädagogischen Institut des Bundes, Salzburg, durchgeführt von Dr.Gauß und Mag.Lau, wurde versucht, Impulse durch folgende Aktivitäten zu setzen: Mehrjährige Seminarreihe für Professorinnen und Professoren an Pädagogischen Akademien; Herausgabe eines Zirkulars mit aktuellen Nachrichten; Aufbau einer Datenbank mithilfe der Software des Goethe-Instituts; Herausgabe von Studientexten, Sammelpublikationen und Berichten; etc. Dieses Projekt findet, mit veränderten Schwerpunkten, eine Fortsetzung unter dem Titel "Deutsch als Zweitsprache: Innovative Methoden in der Unterrichtspraxis und in der Lehrerbildung" (geplant für 1993-1995).
Wiederholungstäter in Sachen Verdrängung
"Es gibt sie ja schon viel länger, aber erst in den Jahren 1989-1990 dringen sie auch ins Bewußtsein der Öffentlichkeit: Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache im österreichischen Schulwesen." So leitet Huber-Kriegler im Jahre 1993 ihren Artikel über "Interkulturelle Begleitlehrer/innen" ein, überschrieben mit "Zentrale Arbeit an der Peripherie". (Huber-Kriegler, S.101) Es hatte sie bereits fünfzehn Jahre zuvor schon "viel länger" gegeben, die Gastarbeiterkinder. Und der Stillstand zwischen dem ersten österreichweiten Symposion 1979 (Lau, 1980) und dem zweiten (fast zehn Jahre später!) im Jahre 1988 (Interkulturelles Lernen, 1989) wechselte über in jene Hektik der Nachholphase seit 1990. In dieser Zeit gelangen wesentliche Verbesserungen im Pflichtschulbereich. Umso mehr harren Berufsschulen, mittlere und höhere Schulen auf ähnliche Entwicklungen. Doch blicken wir ruhig einmal zurück.
Es war einmal...
Es einmal ein Film zu sehen, in welchem Ausländerkinder beim Deutschlernen in Kojen eines modernen Sprachlabors gezeigt wurden. Die Betrachter durften den Eindruck gewinnen, daß in Österreichs Schulwesen bereits Anfang der Achtziger-Jahre beste Vorsorge für Immigranten getroffen war. Allein: Die Kinder besuchten diese Lernstätte nur ein einziges Mal in ihrem Leben.
Im selben Film sah man eine Direktorin, die jugoslawische Eltern beriet. Dabei fiel die Schweigsamkeit des Vaters auf. Allein: Es stand nicht der Vater des Kindes an der Mutter Seite, sondern ein Schulwart. Die Betrachter des Filmes lernten fälschlich-interkulturell, daß eine jugoslawische Mutter das Sagen habe und daß GastarbeiterInnen Zeit hätten, tagsüber gemeinsam von der Arbeit fernzubleiben, um pädagogische Gespräche zu führen. Solche Irrtümer zu verbreiten, wäre heute in Österreich nicht mehr möglich, denn der Unterricht mit ausländischen Kindern wird öffentlich diskutiert, Lehrpläne für den Pflichtschulbereich wurden erlassen, jährlich erscheinen mehr Lehrmittel, und großzügige Stundenkontingente für den zusätzlichen Deutschunterricht werden gewährt. Wie dieser Fortschritt im Detail aussieht - zehn Jahre nach der filmisch-medialen Täuschung der Öffentlichkeit - soll nun skizziert werden.
Bestandsaufnahme im Oktober 1993
Aus dem Bericht des Arbeitskreises "Deutsch als Zweitsprache" (Hans-Jürgen Krumm und Gerd Lau) bei der Deutschdidaktikertagung an der Universität Klagenfurt im Oktober 1993 kann der aktuelle Stand ersehen werden. Dort trafen sich Vertreter aus allen betroffenen Ebenen: - Universitäten im In- und Ausland (Bulgarien, Kroatien, Slowakei, Slowenien, Ungarn); - Pädagogische Akademien; - Pädagogische Institute; - allgemeinbildende und berufsbildende höhere Schulen; - Pflichtschulen; - Berufsschulen; - außerschulische Jugendarbeit; - Approbationskommissionen für Deutsch-Schulbücher.
Eine Zusammenfassung der Diskussion ergab etwa folgendes Bild:
Auch im Ausland hat man neuerdings erhebliches Interesse an Entwicklungen in Österreich selbst, da die Kontaktmöglichkeiten nun vielfältig sind und da Deutsch als Fremdsprache eine immense Bedeutung erlangt hat.
Als besonders schwierig wird die Lage überall außerhalb des Pflichtschulbereichs geschildert. Denn nur im Pflichtschulbereich bestehen Lehrplanzusätze für Deutsch als Zweitsprache, verbunden mit Stundenkontingenten, welche den Schulen gemäß der Anzahl ausländischer Schüler zustehen.
Die Ausbildung und Fortbildung auf allen Ebenen erscheint als wesentliches Entwicklungsfeld, da bisher Studiengänge fehlten (Universitäten) bzw. quantitativ inadäquat waren (Pädagogische Akademien).
Dabei war die Entwicklung der Schülerzahlen abhängig von allgemeinen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.
Statistik mit Lücken: Die Schüler-Zahlen
1990 wurde durch eine Neufassung des Ausländerbeschäftigungsgesetzes eine zumindest mittelfristige Regelung getroffen, welchen Ausländeranteil Österreich halten will: maximal 10% der über 3 Mill. unselbständig Beschäftigten, also über 300 000, dürfen Arbeitsmigranten sein. Alleine in den Jahren 1989 bis 1991 stieg die Prozentzahl ausländischer Beschäftigter von 5% auf 8,6%, in absoluten Zahlen von 167.400 auf 256.700 (Jahresdurchschnitt). Und zwischen 1981 und 1991 erhöhte sich die Zahl der ausländischen Wohnbevölkerung Österreichs laut Volkszählung von 291.000 auf 517.000. Die Öffnung im Osten verstärkte die Zuwanderung vor allem qualifizierter Arbeitskräfte. Besonders spürbar wird der Familiennachzug aus den ehemaligen jugoslawischen Republiken aufgrund der Kriege und Krisen. Voraussichtlich die Hälfte der Flüchtlinge wird in Österreich bleiben.
Bereits seit den 70er Jahren war die Zahl der Schülerinnen und Schüler mit nicht-deutscher Muttersprache an Österreichs Pflichtschulen stetig gestiegen. Derzeit sind es über 70.000, natürlich ungleich verteilt, denn die "öffentlichen Pflichtschulen (!) Wiens werden im Schuljahr 1991/92 von 77.923 SchülernInnen besucht, die privaten (meist katholischen) von 16.234 (!). Der Ausländeranteil an öffentlichen Wiener Pflichtschulen beträgt 3O,4 %, jener der Privatschulen liegt bei 7,6 %." (Gauß, 1992)
Immerhin besuchten im Frühjahr 1992 4260 SchülerInnen mit nichtdeutscher Muttersprache die AHS-Unterstufe (also Gymnasien) und 3056 die erste Klasse einer weiterführenden Schule. Dies ergibt eine zusätzliche Zahl von 7316 Schülern(innen) im Pflichtschulalter (Karigl, S. 10).
Daß die Aussagen über die Schüler dennoch relativ ungenau bleiben müssen, ist auf die veröffentlichten Daten zurückzuführen. Unter "Standort und Konzeptvorstellungen nach 15 Jahren Schulversuch" waren die Vorhaben der Unterrichtsverwaltung im Herbst 1990 formuliert worden: Gesamterhebung - (aber ohne Leistungsstand!); Stellenplan; Qualifikation der LehrerInnen; Materialien (Satzke, in: Schwerpunktnummer S.256).
Der große Sprung nach vorn: Die schulrechtlichen Entschlüsse für Volksschulen, Hauptschulen, Polytechnische Lehrgänge und Sonderschulen
Nach zwei Jahrzehnten der Schulversuchs-Versuchung gelang zunächst die Einrichtung eines Unterrichtsprinzips "Interkulturelles Lernen" (BGBL 1991). Das wesentliche Ergebnis war aber die (für Österreich erstmalige) Formulierung der Lehraufgabe und Lehrinhalte (BGBL 1992) samt einer Stunden- Regelung (wobei aber letztere nicht gesetzlich festgeschrieben ist und daher leicht verändert werden kann). Die Präambel für den Lehrplan ist für Grundschule und Hauptschule gleichlautend:
Zitat: "Der Lehrplan-Zusatz "Deutsch für Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache" ist in Verbindung mit dem Lehrplan "Deutsch" als Grundlage für das Lehren und Lernen von Deutsch als Zweitsprache im Rahmen des interkulturellen Lernens auf der Zielebene ("Bildungs- und Lehraufgabe"), auf der Stoffebene und auf der methodisch-medialen Ebene ("Didaktische Grundsätze") zu verstehen.
Eine detaillierte Berücksichtigung der zum Teil sehr unterschiedlichen Vorkenntnisse der Schüler in der Zweitsprache Deutsch kann nicht im Lehrplan, sondern nur auf der Ebene der klassenbezogenen Jahresplanung unter Berücksichtigung des jeweiligen lernorganisatorischen Modells, das an der Schule verwirklicht wird, erfolgen."
Ein solcher Lehrplanzusatz wird nur erfüllbar, wenn auch Zusatzstunden abrufbar sind. Schüler, die weniger als zwei Jahre in Österreich sind, bringen einer Schule 0.86 Jahreswochenstunden; und jene Schüler, die vor weniger als sechs Jahren nach Österreich kamen, immerhin noch 0.33. Somit entsteht die Möglichkeit, relativ kleine Gruppen für den unterrichtsparallelen besonderen Förderunterricht einzurichten; oder aber, die integrative Führung durch team-teaching vorzusehen, wie es besonders in Wien favorisiert wird. An Pflichtschulen mit hohem Ausländeranteil kamen dadurch mehrere zusätzliche Dienstposten allein für Deutsch als Zweitsprache zustande. Halb gewagt ist kaum gewonnen
An diese Entwicklung versuchte sich der Rest des Schulwesens anzukoppeln, bislang allerdings vergeblich. Eine präzise Forderung stellte eine Arbeitsgruppe am 27.9.1991 mit folgendem Resolutionstext (ide 1992):
"Im Rahmen der 2. Tagung "Deutschdidaktik in Östereich" vom 25.- 28.9.1991 in Klagenfurt hat sich der Arbeitskreis "Interkultureles Lernen" mit Problemen und Möglichkeiten beschäftigt, die sich im Deutschunterricht für alle am Unterrichtsgeschehen Beteiligten durch den steigenden Anteil von SchülerInnen mit nichtdeutscher Muttersprache ergeben.
Sehr geehrter Herr Minister, eine grundlegende Voraussetzung für eine Verbesserung der derzeitigen Situation liegt in Ihrem Kompetenzbereich. Wir fordern Sie daher auf, die notwendigen rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen für:
- Die Einführung des Unterrichtsprinzips "Interkultureles Lernen" (analog zum Pflichtschulbereich) an den AHS, BMHS und BBS in allen Fächern.
- Die Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen, z.B. durvch Beggleitlehrersystem, durch Einführung einer Teilungsziffer für den Deutschunterricht bei einer bestimmten Anzahl von SchülerInnen, für die Deutsch eine Fremdsprache ist.
- Die unbürokratische Bewilligung/Installierung von ganzjährigen Förderkursen "Deutsch als Zweitsprache" unbahängig von der Schülerzahl.
- Den Abbau von Bildungsschranken durch Einführung von spezielen DAF/DAZ-Kursen für Quereinsteiger nichtdeutscher Muttersprache an den entsprechenden Schulen.
- Eine flexible Anwendung der Leistungsfeststellungsverordnung (Beurteilung des individuellen Leistungsfortschritts in Deutsch).
- Erweiterung von SCHUG Paragraph 18 Z.11 Anm. lit.c und analoge Regelung in der Reifeprüfungsverordnung.
- Erweiterung des Zusatzangebots an muttersprachlichem Unterricht und dadurch Aufnahme weiterer Fremdsprachen in den Regelunterricht für die österreichischen SchülerInnen.
- Vermehrte Berücksichtigung von DAZ/DAF in der Lehrerausbildung und -fortbildung.
- Attraktive Ausbildungs- und Anstellungsmöglichkeiten für zweisprachige Lehrerinnen.
..."
Doch bis 1993 konnte als einziges, mageres Resultat die Übernahme des Unterrichtsprinzips "Interkulturelles Lernen" auch für die allgemeinbildenden höheren Schulen verbucht werden - eine kostenneutrale Maßnahme, an der nicht auf Dauer Maß genommen werden sollte, denn eine neue pädagogische Aufgabe kann nur bei entsprechenden Rahmenbedingungen lösbar werden.
Wege zur Qualifikation für den Unterricht in DaZ
Ein besonderes Qualifikationserfordernis für LehrerInnen, die Deutsch als Zweitsprache unterrichten, wurde nicht eingerichtet. Somit bleibt es für die Pädagogischen Akademien (Studentenausbildung) und Pädagogischen Institute (LehrerInnenfortbildung) weitgehend offen, wie auf die "integrative, additive oder unterrichtsparallele" Förderung in Deutsch als Zweitsprache vorbereitet wird. Und an den Universitäten ist durch Lehrstühle für Deutsch als Fremdsprache erst kürzlich in Wien und Graz die Voraussetzung für einen Start geschaffen worden. Ein österreichweiter Studiengang ist noch nicht formuliert.
Die meisten Ausländerkinder finden sich in den Pflichtschulen, wobei dies in der Altersgruppe der 10-15 Jährigen bedeutet, in den Hauptschulen und Sonderschulen. In den Gymnasien (mit wortidenten Lehrplänen, aber erhöhten Leistungsanforderungen) finden sich Ausländerkinder in nur geringerem Maße, aber mit steigender Tendenz. Für die Lehrerbildung wurden (freiwillig zu besuchende) Zusatzausbildungen "Interkulturelles Lernen - Ausländerpädagogik" und "Deutsch als Fremdsprache" im Ausmaß von je zwölf Semesterwochenstunden eingerichtet. Gemessen an den Bedürfnissen erreicht dieses Angebot nur wenige Studenten und steht in Konkurrenz mit Informatik, Sprachheilkunde etc.
Umso mehr wird darum geworben, daß im Hauptstudium mehr Themen des interkulturellen Lernens erscheinen: In Soziologie, Psychologie und natürlich in Deutsch. Dabei bot z.B. das Landesinstitut für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein- Westfalen in Soest großzügige Materialübernahme an und stellte Referenten für das Training der Lehrerausbildner und Lehrerfortbildner. Hierauf folgt nun die Publikation zweier Studientexte "Interkulturelle Bildung - Lernen kennt keine Grenzen.", in welchen sowohl auf österreichische Details (z.B. die Lage der eigenen kroatischen, slowenischen und ungarischen Volksgruppen) eingegangen wird wie auf Sprachdidaktik und auf Praxisbeispiele für interkulturelles Lernen.
Alle diese Anliegen dürfen aber über eines nicht hinwegtäuschen: Immigrantenkindern ist nicht nur durch spezialisierten Sprachunterricht zu helfen, sondern durch eine allgemeine Öffnung der Unterrichtsformen.
Eine solche Öffnung kann auch in der Lehrer-Fortbildung vorgelebt werden: Hierzu dienen "Ausländerzentren", "Lernwerkstätten", "didaktische Werkstätten", "Selbstlernzentren" etc., wo Selbsterfahrung im offenen Lernen gesammelt wird. Für diesen Weg rüsten sich immer mehr Pädagogische Institute. Ein Detail am Rande: In diesen Zentren finden sich gegenwärtig immer mehr Studenten der Germanistik, Psychologie, Pädagogik etc. ein, um Beratung für Diplomarbeiten zu erhalten. Das Ausländer-Thema wurde von der österreichischen universitären Wissenschaft nämlich weitgehend erst kürzlich gefunden. Es wäre allerdings nicht verboten gewesen, diesen Fund auch schon vor Jahren zu machen.
Exkurs über uns Österreicher an sich - oder vielmehr: für sich
Die Diskussion der Folgen andauernder Immigration erfolgte in Österreich später und heftiger als in Deutschland und in der Schweiz. Ein Volksbegehren zu (Anti-)Immigrationsthemen enthielt Forderungen zu Limitierungen und Segregierungen im Schulwesen und führte zur Abspaltung eines "Liberalen Forums" von der "Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ)". Da eine Plattform "SOS- Mitmensch" die größten Demonstrationen der Nachkriegsgeschichte überhaupt zustandebrachte (und zwar gegen Ausländerfeindlichkeit), scheint ein günstiges Klima auch für bildungspolitischen Fortschritt zu bestehen.
In der politischen Öffentlichkeit vertritt die FPÖ eine weit rechts stehende Diktion, jene FPÖ, von der man noch in Erinnerung hat, daß sie dereinst mit der SPÖ Regierungsverantwortung getragen und Führer des Wirtschaftslebens beheimatete. Nun folgte die Trennung der FPÖ von der Liberalen Internationalen. Diese Fünfteilung der Parteienlandschaft wird für die Schulpolitik Änderungen bedeuten, sind doch Schulgesetze hierzulande an eine Zweidrittelmehrheit im Parlament gebunden. Und ein schulpolitisches Streitthema ist die Einrichtung von speziellen Auffangklassen für ausländische Kinder. Gegenwärtig sind solche Klassen nur als Schulversuch möglich und zeigen, was den Deutsch- Erwerb betrifft, schlechtere Ergebnisse als der Unterricht in gemischten Klassen.
Das Interkulturelle spaltet Nationen quer durch die Parteien, wie wir es bei den zwei moslemischen kopftuchtragenden Mädchen in einem Pariser Vorort sahen. Erst zwei Jahre, nachdem sie aus dem Unterricht ausgeschlossen worden waren, wurde das Gerichtsurteil zu ihren Gunsten rechtskräftig. Mehrsprachigkeit im Klassenzimmer kann auch österreichische Eltern irritieren. Die Angst vor der Leistungsminderung geht um.
Bis jetzt setzt sich im Schulwesen aber noch keine scharfmachende Segregationspropaganda durch. Im Gegenteil: Nach einem "Projekt Sprachstandserhebung" (1993 in Wien) wurde vom Präsidenten des Stadtschulrates, Kurt Scholz, der Presse verlautet (Scholz 1993): "In den integrativ geführten Volksschulklassen weisen ausländische Kinder (ohne Vorkenntnisse der deutschen Sprache) nach 5 Monaten doppelt so hohe Kenntnisse der deutschen Sprache auf, als vergleichbare Kinder in reinen Ausländerklassen. ... Weitere bemerkenswerte Unteruchungsergebnisse sind: Gesteuerter Spracherwerb ist unerläßlich. Sprachliche Umgebung (im Kindergarten, in der Schule), Freizeitkontakte und Sprache in der Familie sind entscheidende Faktoren. ... " Somit ist zu hoffen, daß ein Neuaufleben von Segregationstendenzen ausbleiben wird.
Sie hätten dieselbe Quelle wie die Ausländer-Aufenthalts- Gesetze, deren Schärfe seit dem 1.7.1993 voll sichtbar wird und die von Teilen der beiden großen Regierungsparteien nicht geschätzt wird. Zum fast selben Zeitpunkt aber verhielten sich die Sozialpartner (d.i. ein mächtiges, von der Wirtschaft und von der Gewerkschaft dominiertes Gremium für gesellschaftspolitische Entscheidungen) großzügig, indem sie für den Pflichtschulbereich die Zusatzstunden für fremdsprachige Schüler gewährten. Manche Volks- und Hauptschulen erhielten dadurch mehrere zusätzliche Dienstposten, die ausschließlich für den Deutsch-Förderunterricht ausgeschrieben sind. Aus den "illegitimen" Kindern unseres "Nicht- Einwanderungslandes" Österreich sind jetzt wenigstens Schüler geworden, die Deutsch lernen sollen. Hinzu kommt eine OECD-weit günstige Relation z.B. im Volksschulbereich: Auf zehn Volksschüler kommt ein Dienstposten.
Zum selben Zeitpunkt erscheinen aber noch Beobachtungen, die kritischer klingen als Lagebeschreibungen der Schweiz oder Deutschlands. Vladimir Wakounig (Univ. Klagenfurt) faßt Ende 1992 die Situation mit folgenden Worten zusammen: "Für den überwiegenden Teil der ausländischen SchülerInnen reicht die schulische Karriereleiter in der österreichischen Schule nur bis zum Pflichtschulbereich." Und, was ja dann noch schwerer wiegt: "Etwa 50% aller ausländischen Kinder schaffen in Österreich nicht den normalen Pflichtschulabschluß, ..." (Informationen zur Deutschdidaktik, Themenheft "Deutsch als Zweitsprache", S.33)
Was kann nun weiter getan werden, um die positiven Seiten des österreichischen Schulwesens auch für die Einwandererkinder noch wirksamer werden zu lassen? Die Information der Unterrichtenden
LehrerInnen haben eine wichtige Rolle in der Meinungsbildung auch der Elternschaft gegenüber. Aktuelle pädagogische Informationen fließen in ein Zirkular "Interkulturelles Lernen" ein, das aber nur für Zentralstellen, für Pädagogische Akademien und Institute etc. versandt wird. Fallweise eröffnen die großen pädagogischen bzw. didaktischen Periodika Raum für Schwerpunkte: Die Ausgangslage für die Gesetzesänderungen 1991 bis 1992 war im Schwerpunktheft "Von der Ausländerpädagogik zum interkulturellen Lernen" in ERZIEHUNG UND UNTERRICHT 4 (1991) skizziert worden. Bald folgte ein Themenheft "Deutsch als Zweitsprache" der "Informationen zur Deutschdidaktik" (Zeitschrift für den Deutschunterricht in Wissenschaft und Schule), 4 (1992). Und auch im Bundesministerium für Unterricht und Kunst schien Schwung für eine wiederholte Beschäftigung mit der Immigrationsthematik zu bestehen, hatte doch folgende wichtige Quelle für die Praktiker die Nr. 1 erhalten: Reumüller, Alfred/Seitz, Peter (Hg.): INTERKULTURELLES LERNEN 1 (Reumüller). Die Entwicklung der nun möglichen Formen des Förderunterrichts in integrativer, unterrichtsparalleler oder additiver Form müßte jedenfalls weiterhin Diskussionsraum erhalten.
Aber Deutschlernen ist ja nur ein Teil des Schullebens. Es verbanden sich vielfältige gesellschaftliche Gruppen zu einer INITIATIVE MINDERHEITENJAHR, welches jetzt auch mit politischer Unterstützung rechnen darf und 1994 stattfinden wird. Nun darf von Wien aus eine "STIMME" ertönen, nun werden in Vorarlberg "KultUrsprünge" nachvollzogen, nun legen Innsbrucker Engagierte ein "TIROLER MOSAIK", das sind allesamt neue Zeitschriften, die auch für die Schulbücherei eine Bereicherung sind. Und "HEIMAT, FREMDE HEIMAT" ist eine wöchentliche Fernsehsendung, die als "multikulturelles Magazin" auch zum Deutschlernen im Unterricht gezeigt werden kann - entsprechende Vorbereitung vorausgesetzt.
Fraglos vor offenen Fragen?
Der gegenwärtige Entwicklungsstand in der unterrichtswissenschaftlichen Beschreibung von Mehrsprachigkeit in Schulen ist noch nicht ausreichend differenziert. Dies wirkt sich aus auf den Schulalltag, wo Entscheidungen zu treffen sind über den "besonderen Förderunterricht" Deutsch als Zweitsprache (Förderungsform, Förderungsausmaß, Lehrfächerverteilung, Dauer), über die Gewichtung des muttersprachlichen Unterrichts und seine Verbindung mit dem Regelunterricht, über die Information der (österreichischen wie ausländischen) Elternschaft bezüglich der Entscheidungen der Schulgemeinschaft. Eine Hypothese ist, daß erhebliche Unsicherheit besteht und daß getroffene Entscheidungen sehr unterschiedlich motiviert sind. Welche Forschungsinitiative wird hier die Diskussion eröffnen?
Auch im Bereich der Lehrmittelproduktion zeichnet sich ein Wandel ab, nachdem zwei pilotartige Editionen vom Bundesministerium im Unterricht und Kunst erschienen: "KOMM, MACH MIT" (Komm, ...)fordert das Zentrum für Schulversuche und Schulentwicklung in Klagenfurt auch in folgenden Herkunftssprachen auf: Albanisch, Arabisch, Bulgarisch, Polnisch, Rumänisch, Russisch, Serbokroatisch (bzw. Serbisch/Kroatisch), Slowenisch, Spanisch, Tschechisch, Türkisch, Ungarisch. Es handelt sich dabei um Mappen von Arbeitsblättern, die teilweise auch zu Quartetten, Bildkarten etc. zerschnitten werden. Die Zielgruppe sind die Volksschüler. Wie wirkt sich eine solche kostenlose Materialgabe auf den Unterricht aus?
Und an alle 1950 Schulen mit fünfter Schulstufe wurden die sechs Bände einer anderen Reihe INTERKULTURELLES LERNEN (Reihe "Interkulturelles Lernen") versandt, deren Deutunterrichts-Themen lauten: Ich - du - wir; Märchen; Sprache; Familie. Bevor die für Schulstufe 6 geplante Reihe erscheinen konnte, mußten autorenrechtliche Details verhandelt werden. Nicht zu Unrecht hatten sich nämlich die privaten Verlage mit Forderungen gemeldet, daß die öffentliche Hand nicht allzu großzügig in die Seiten privatwirtschaftlich edierter Schulbücher greifen sollte. Nun sind nach gerichtlichen Vergleichen und nach finanziellen Abgeltungen die Wunden geheilt, und ein weiteres Mal können sechs Bände erscheinen. Auf die Themen "Schule, Tiere und Natur, Wohnen, Gefühle" darf man sich freuen.
Allerdings: Die Gesamtauflage sieht nur je ein Exemplar für jede Schule vor. Hier handelt es sich also um eine Publikation, deren Ort, ja wo wird ihr Ort sein? Neben dem Kopierer? Oder in der Schulbücherei? Oder in der Tasche eines einzigen Kollegen? Man sollte jedenfalls beobachten, welche Rolle solche Medien im Leben verschiedener Schulen spielen.
Da es in Österreich eine großzügige Vorkehrung für Gratisschulbücher gibt, haben die Verlage auch Interesse an kleineren Zielgruppen, wie es die Ausländerkinder sind. Diese Schulbücher durchlaufen Approbationskommissionen und können dann von den Lehrern bestellt werden, gehen aber ins Eigentum der Schüler über. Soeben erweitert sich jene Liste, die ein Jahrzehnt lang gleich geblieben war, um zahlreiche Alternativen. Es wurden ja neue Lehrpläne erlassen. Ob diese Bücher inhaltlich die Pädagogen-Wünsche treffen, wird sich erst zeigen. Langfristig wäre es nötig, Grundlagen-Entwicklung staatlich zu fördern, wie sich in den wenigen öffentlichen Diskussionen, die es gibt, zeigte. (Kernegger et al., 1993)
Für viele Schultypen aber existieren weder Lehrpläne noch approbierte Lehrmittel. Besonders spürbar wird der Entwicklungsmangel gegenwärtig in bestimmten Ausbildungsprofilen der Berufsschulen, z.B. Maler und Anstreicher.
Wieviel Entwicklungsarbeit noch zu leisten ist, zeigte Saxer in Begleitung der Tagung anläßlich der neuen Lehrpläne. Sein Skriptum (Saxer, 1992) enthält bewußt viele Leerseiten, in welche die Schulpraxis ihr Tagebuch schreiben sollte.
Ländergrenzen öffneten sich - werden soziale Grenzen starrer?
Mit Begehrlichkeit blicken viele KollegInnen in die Klassenzimmer der Eliteschulen, wo Deutsch als Zweitsprache mit guter Ausstattung vermittelt wird. Es besteht natürlicherweise die Annahme, daß die internationalen bzw. ausländischen Schulen über Erfahrungen verfügen, die für das österreichische Regelschulwesen nutzbar sind. Nun ist vorhersehbar, daß sich durch ständig steigende Quantitäten der Migration die große Entfernung von den privilegierten internationalen Privatschulen zum Regelschulwesen verringern wird, was zu einer vermehrten pädagogischen Kooperation führt. In dieser Diskussion, die auch über Lehrmittel und Methoden dringend nötig ist, können Fachverbände wie der Österreichische Lehrerverband Deutsch als Fremdsprache eine positive Rolle spielen. Das Thema der ÖDaF-Jahrestagung 1993 ist demnach auch: "In der Sprache baden. Immersion und bilingualer Unterricht." Und auch die Universität Wien, Institut für angewandte Sprachwissenschaft, trägt 1993 mit einer Tagung zur Sprachpolitik zur Entwicklung bei.
Die Realisierung von Unterrichtskonzepten in internationalen Schulen beweist, daß Multikulturalität und Mehrsprachigkeit erfolgreich sein kann/ist. Dabei spielt der Sprachkontakt eine große Rolle. Die Dauer der Begegnung zwischen in- und ausländischen Kindern wird weithin überschätzt. Allzuoft kehren Migrantenkinder unmittelbar nach dem Unterricht in eine Ghettosituation zurück, die sogar im medialen Bereich fortdauert: Musik-, Video-, Zeitschriftenkonsum aus den Herkunftsländern. Daß bilingualen Schulen dabei eine große Bedeutung zukommen kann, erfahren wir aus der aktuellen bildungspolitischen Diskussion (Schäffer).
Ganztägige Schulformen können bessere Lernbedingungen für Migrantenkinder und bessere Verstehensvoraussetzungen für die einheimischen SchülerInnen bieten. Somit bleibt die Rolle der LehrerInnen für Deutsch als Zweitsprache - weiterhin - nicht auf die Fachdisziplin beschränkt, sondern ist in besonderem sozialpolitischen Konnex (Gauß/Lau 1993). Das macht vieles nicht leichter, aber so ist es eben, wenn sich in der Geschichte Blätter wenden: Es war einmal - es wird sein.
Literatur:
BGBL 1991 (Bundesgesetzblatt vom 1.9.1991, JG 1991, 9 a. Stück, 525, Nr. 126 (=Unterrichtsprinzip "Interkulturelles Lernen" für Pflichtschulen)
BGBL 1992: Bundesgesetzblatt vom 27.8.1992, JG 1992, 180.Stück, 528, S. 2143-2153 und S. 2160-2179 (Lehrplanzusatz "Deutsch für Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache").
Einblicke. Sonderheft des Österreichischen Lehrerverbands Deutsch als Fremdsprache (ÖDaF) zur X.Internationalen Deutschlehrertagung, August 1993. (Darin Gerd Lau: Die Öffnung der österreichischen Schulen für DaZ; Lehrpläne PA/PI; Literatur; etc., S.26-39) ÖDaF, Ludo Hartmann Platz 7, 1160 Wien.
Gauß, Rainer: "Sie haben mich zu einem Ausländer gemacht, dann bin ich einer geworden". In: ERZIEHUNG HEUTE 2 (1992), S. 5-11.
Gauß, Rainer/Lau, Gerd: Die "UN-Konvention über die Rechte des Kindes" unter dem Gesichtspunkt ihrer Erfüllung für die Schulsituation von Migrantenkindern. In: Expertenbericht. Seite 317 - Seite 327, Bundesministerium für Umwelt, Jugend und Familie, Wien 1993. (Bestelladresse: Franz-Josefs-Kai 51, A-1010 Wien.)
Huber-Kriegler, Martina: Zentrale Arbeit an der Peripherie - "Interkulturelle Begleitlehrer/innen" in Graz. In: GRAZER LINGUISTISCHE STUDIEN 39/40, 1993, Seite 101 - Seite 112. (Schwerpunktnummer "Sprachkontakt, Mehrsprachigkeit, interkulturelles Lernen und Verwandtes")
Informationen zur Deutschdidaktik (ide) (Zeitschrift für den Deutschunterricht in Wissenschaft und Schule) Sonderheft 1992, Deutschunterricht im Wandel.
Informationen zur Deutschdidaktik (ide) (Zeitschrift für den Deutschunterricht in Wissenschaft und Schule), 4 (1992), Themenheft "Deutsch als Zweitsprache".
Interkulturelles Lernen (Arbeitskreis 17), in:
Interkulturelles Lernen - Zweisprachigkeit. Tagungsbericht. Pädagogisches Institut der Stadt Wien, 1989.
Karigl, Günther: Schüler und Schülerinnen mit nicht-deutscher Muttersprache im AHS-, BMHS- und BS-Bereich. Bundesministerium für Unterricht und Kunst, Wien 1992. (Abt. I/2, I/8a, II/7) S. 1- 50.
Kernegger, Grete/Lau, Gerd/Schabus-Kant, Elisabeth: Lehrmaterialien und Organisationsmodelle für Deutsch als Zweitsprache, in: ÖDAF-MITTEILUNGEN 1(1993), S. 40 - S. 46
Komm, mach mit! (Herkunftssprachen: Albanisch, Arabisch, Bulgarisch, Polnisch, Rumänisch, Russisch, Serbokroatisch, Slowenisch, Spanisch, Tschechisch, Türkisch, Ungarisch) Heft 1: Dinge um uns, 17 Seiten, Santner Andrea; Heft 2: Ich über mich, 25 Seiten, Debenjak Peter; Heft 3: Quartett, Santner Andrea; Heft 4: Ich und meine Familie, 20 Seiten, Debenjak Peter; Heft 5: Spielen mit Sprache 1, 30 Seiten, Reumüller Alfred; Heft 6: Hier kocht der Chef; Heft 7: Von dort komme ich; Heft 8: Spielen mit Sprache 2; Heft 9: Wo ich wohne und lebe. Zentrum für Schulversuche, Klagenfurt 1992-1993.
Lau, Gerd: Sprache und Kommunikation (Sprachwissenschaftliche Ergebnisse, gedeutet für Unterrichtsprobleme mit Kindern anderer Muttersprache), in: Beiträge zur pädagogischen Psychologie 573- 579, S. 15-38, Ketterl Vlg., Wien 1980. (=Symposiumsbericht für Rif 1979)
Reihe "Interkulturelles Lernen": Grabmüller, K./Grunsky, P./Pruckner, H./Seidel, M.: Ich - du - wir. Deutsch. Holy, Barbara/Meixner, Christl: Englisch. Grabmüller, K./Grunsky, P./Pruckner, H./Seidel, M.: Märchen. Grabmüller, K./Grunsky, P./Pruckner, H./Seidel, M.: Sprache. Grabmüller, K./Grunsky, P./Pruckner, H./Seidel, M.: Familie. Breit, H./Kürzl, R.: Mathematik. Bundesministerium für Unterricht und Kunst, Abt.I/8a Minoritenplatz 5, A-1014 Wien, 1992.
Reumüller, Alfred/Seitz, Peter (Hg.): Interkulturelles Lernen. - Der neue Lehrplan; Organisationsregelungen. Übertragung der Schulversuche ins Regelschulwesen ab dem Schuljahr 1992/93. INTERKULTURELLES LERNEN 1, Zentrum für Schulversuche, Klagenfurt 1992
Saxer, Robert/Mlatschnig, Dietlinde/Reumüller, Alfred/Santner, Andrea/Simoner, Birgit: Deutsch als Zweitsprache und interkulturelles Lernen. Zentrum für Schulversuche, Klagenfurt 1992.
Schäffer, Gerhard: Aussage im Interview mit Pressereferent Herwig Schlögl, Die allgemeinbildende höhere Schule 8(1993) S.246.
Scholz, Kurt: Presseaussendung des Stadtschulrats für Wien, Mai 1993.
Schwerpunktnummer "Von der Ausländerpädagogik zum interkulturellen Lernen" (Koordiniert von Pinterits, Manfred; Gauß, Rainer; Lau, Gerd), ERZIEHUNG UND UNTERRICHT 4 (1991), Österreichischer Bundesverlag, Wien 1991, S. 230-306.
Zum Autor: Gerd Lau studierte Germanistik, Geschichte und Kommunikationsforschung in Graz, Innsbruck und Bonn. Seit 1977 Unterricht am Gymnasium und an Hauptschulen. Gleichzeitig Aufbau der Zusatzausbildung "Ausländerpädagogik/Interkulturelles Lernen" an Pädagogischen Akademien sowie Leitung zahlreicher Fortbildungsseminare. Seit 1989 Führung eines umfangreicheren Tatsachenforschungsprojektes am Pädagogischen Institut des Bundes, Erzabt Klotz Straße 11, A-5020 Salzburg.