Zwischenbericht für den Zeitraum September 1993 bis Juni 1994 des Projekts der Pädagogischen Tatsachenforschung
Deutsch als Zweitsprache: Innovative Methoden in der Unterrichtspraxis und in der Lehrerbildung
an der Pädagogischen Akademie des Bundes und am Pädagogischen Institut des Bundes in Salzburg
Deutsch als Zweitsprache: Innovative Methoden. Pädagogische Tatsachenforschung an der Pädagogischen Akademie, Akademiestraße 23, und am Pädagogischen Institut, Erzabt Klotz Straße 11, A-5020 Salzburg (Prof. Dr. Rainer GAUSS und Prof. Mag. Gerd LAU) Telefax: Pädagogisches Institut 0662-840322-40; Pädagogische Akademie 0662-629591-10. Telefon: Pädagogisches Institut 0662-840322-20; Pädagogische Akademie 0662-629591-20; Mobil 0663-065636.
Einleitende Bemerkung zu den organisatorische Bedingungen
Das Projekt konnte nicht in vollem Umfang begonnen werden, da Prof. Gastberger und Prof. Wolfersberger aufgrund anderer Aufgaben ihre Stunden nicht in die Lehrtätigkeit aufnehmen konnten und da Prof. Mag. Lau im Sommersemester 1994 eine Krankheitsvertretung leisten mußte, womit eine Reduktion der Projektstunden auf ein Viertel des Vorgesehenen verbunden war (zwei statt acht Stunden). Diese Unterbrechung endet mit Sept. 1994. In Vorgesprächen wurde vereinbart, das Projekt im Studienjahr 1994/95 im gesamten Umfang fortzuführen.
Die Klärung, für welche Sachmittel gemäß Absatz 9 und 15 des Projektantrages das Pädagogische Institut bzw. die Pädagogische Akademie aufkommen kann, ist noch nicht beendet.
Tätigkeiten gemäß Absatz 3.0.1. des Projektantrages
Durch Einzelgespräche wurden Impulse für die Realisierung innovativer Methoden gegeben, insbesondere für den Einsatz neuer Hörmedien, für den Einsatz zweisprachiger Unterrichtsmittel und für den integrativ geführten besonderen Förderunterricht Deutsch für Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache.
Die neuen Lehrpläne für das Studium an Pädagogischen Akademien wurden für die Direktion der Pädagogischen Akademie hinsichtlich interkulturellen Lernens und Deutsch als Zweitsprache begutachtet.
Die Materialbasis ist erweitert worden, indem für die Studienbibliothek und für das in Vorbereitung befindliche didaktische Zentrum neue Unterrichtsmaterialien sachgerecht dokumentiert und vorbildhaft in Ordner gelagert wurden.
Um das Bild vom interkulturellen Lernen und vom Zweitspracherwerb auch in der Öffentlichkeit zu zeichnen, wurden (im Einvernehmen mit der Direktion) den Salzburger Nachrichten Photos zur Verfügung gestellt und ein Gespräch zwischen Redakteur Mag. Bruckmoser und Studierenden arrangiert. (Der Artikel "Sisyphusarbeit gegen das Lernziel Krieg" erschien in der Ausgabe vom 1.Juli 1994, Seite 3.)
Die Materialien des Schulversuchszentrums in Klagenfurt "Komm, mach mit" wurden hinsichtlich des Zeitaufwandes und des Einsatzes untersucht.
Der Einsatz der Datenbank "Deutsch als Fremdsprache" des Goethe-Instituts wurde für "Deutsch als Zweitsprache" fortgesetzt. Der Datenbestand steht für das didaktische Zentrum und für Beratungen weiterhin aktualisiert zur Verfügung. Der Datenbestand gibt auch Auskunft über die Ausstattung der Lernwerkstatt des Pädagogischen Instituts mit spezifischen DaZ-Medien.
Tätigkeiten gemäß Absatz 3.0.2. des Projektantrages
Die Materialien der Lernwerkstatt wurden mit der Datenbank "Deutsch als Fremdsprache" des Goethe-Instituts nach Sachgruppen dokumentiert und sind nunmehr nach vielfältigen Suchkriterien abrufbar.
Neu erscheinende Lehrwerke der Gratis-Schulbuchaktion wurden von den Verlagen mittels des in der Datenbank enthaltenen Bestellbriefes-Textes angefordert und zumeist als kostenlose Handexemplare frühzeitig beim Erscheinen geliefert.
Bezüglich der Werkverträge wurden klärende Vorgespräche mit folgenden Kolleginnen und Kollegen geführt: Claudia Strauß, Inge Strotzka, Martina Niederkofler, Claudia Gärber-Winklhofer, Ingrid Renna, Elisabeth Schwaiger, u.a.
Administrative Hilfsleistungen erfolgten durch Thomas Lahl, Gerlinde Klingesberger und Doris Mörtenhuber. Die Produktliste war auch Diskussionsgegenstand der Landes-Arbeitsgemeinschaft "Interkulturelles Lernen - Ausländerpädagogik" in der Sitzung am 15.6.1994, um die Bedürfnisse der Unterrichtenden im besonderen Förderunterricht Deutsch einzubeziehen.
Bezüglich der Empirie ergaben sich neue Perspektiven, da sowohl im BMUK (Mag. Fleck) wie auch im Landesschulratsbereich für Salzburg (LSI Dr. Kahlhammer) Interesse an Untersuchungen gezeigt wurde, die viel weiter gehen als die im Projekt geplante. Um Arbeitsüberschneidungen zu vermeiden, wird daher abzuwarten sein, welche Erhebungen ohnedies flächendeckend erfolgen. (Siehe das Protokoll der Salzburger Landes-Arbeitsgemeinschaft mit der Planung einer klärenden Sitzung im September 1994.) Mag. Fleck erwägt ebenfalls eine Erhebung, allerdings bundesweit, möchte aber zunächst noch andere Vorbereitungen hierfür treffen.
Eine praxisorientierte Version des Zirkulars "Interkulturelles Lernen" eigens für die Verteilung im PI-Bereich Salzburg wird (in teilweiser Überschneidung mit dem eingeführten Zirkular) gewünscht. (Siehe Protokoll der Landes-ARGE.) Die Produktion soll noch mit DPl Ursula Moser abgesprochen werden.
Das Salzburger Fortbildungskonzept für Begleitlehrerinnen und Begleitlehrer wurde in der Landes-ARGE diskutiert, um institutionelle Schwierigkeiten in der Zukunft zu vermeiden, die sich ergeben, wenn Diskrepanzen mit den Lehrplan der Pädagogischen Akademien bestehen.
Die Grammatik-Komponente von Wordperfect Version 1993 wurde getestet für Texte mit Fehlern, die typisch für Lerner von Deutsch als Zweitsprache sind. (Dokumentiert in 3SAT-Sendung, Dez. 1993)
Die Dokumentation neuer Methoden per Diapositive wurde begonnen. (Dia-Sammlung vom März 1994 zur Auswahl für den Studientext "Montessori- Pädagogik" sowie vom Juni 1994 für die Lernwerkstatt)
Die Ausstattung der Lernwerkstatt wurde um jenen Recorder-Typ erweitert, der Aufnahmen im Reverse-Modus ermöglicht.
Kooperation im Sinne Absatz 8 des Projektantrages
Mag. Fleck, BMUK, Absprache bezüglich Unterrichtsmitteln und Empirie; Mag. Reumüller, Zentrum für Schulversuche in Klagenfurt, BMUK, Absprache bezüglich der Projektanträge; Dr. Saxer, Universität Klagenfurt, Absprache bezüglich der dort erstellten Deutsch-Türkisch-Materialien; Prof.Dr. Krumm, Univ. Wien, gemeinsamer Arbeitskreis "Deutsch als Zweitsprache", sowie Einsatz der Datenbank; Dr. Heindler und Mag. Huber-Kriegler, Zentrum für Schulversuche in Graz, Language and Culture Awareness Program; Pädagogisches Institut Wien, Verwendung der CD-ROM-Datenbank aus Soest.
Teilnahme an Fachveranstaltungen im Sinne des Projektziels
Deutschdidaktiker-Tagung Univ. Klagenfurt, Okt. 1993, Arbeitskreis "Deutsch als Zweitsprache" (Krumm, Lau);
ÖDaF-Jahrestagung, Nov. 1993, Schwerpunkt Berufsschule, Moderation der Plenardiskussion und Vortrag von Präs. Dr. Kurt Scholz;
Vortrag über Menschenrechte bei der Sprachpolitik-Tagung, Univ. Wien, Nov. 1993;
Vorträge bei der X.Internationalen Deutschlehrertagung in Leipzig;
Vortrag im ORFF-Institut über "Fremdsein in Österreich", Jänner 1994;
Vortrag über "Vorurteile und Interkulturelles Lernen" beim ÖIE-Seminar, Mai 1994, Salzburg;
Vortrag vor Regionalbeauftragten des ÖIE, Mai 1994, Salzburg;
Vorträge beim CEI-Seminar (Central-Europäische-Initiative) des BMUK im Feb. 1994, Michaelbeuern. (Ein Besuch der Lernwerkstatt des Pädagogischen Instituts Salzburg erfolgte, um den Erfahrungsaustausch zu fördern.);
Teilnahme am BMUK Zukunftsforum V, Wien, April 1994, Präsentation des Studientextes "Interkulturelle Bildung";
Vortrag beim BMUK-Seminar für Deutschdidaktiker an Pädagogischen Akademien in Sierning, Mai 1994;
Workshop bei der Freinet-Tagung, März 1994, Ebenau;
Beratung des Parlamentarischen Familienausschusses hinsichtlich der Rechte ausländischer Kinder, Juni 1994;
Vorstellung des Studientextes "Interkulturelle Bildung" beim 3. Intercultural Learning Congress, Mai 1994, Wien;
Geplante Vorstellungen der Projektergebnisse
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet eine Arbeitsgruppe "Interkulturelle Bildung" ein und lud Dr. Gauß und Mag. Lau zum ersten Treffen im Oktober 1994 in Hamburg ein.
Der Österreichische Lehrerverband Deutsch als Fremdsprache (ÖDaF) führt vom 2.-4.11.1994 ein Workshop in Strobl durch zur Verbindung von Deutsch als Fremdsprache und Deutsch als Zweitsprache. Einladung eingegangen. Ziel dieses Workshops ist es, Venetzungsmöglichkeiten zu finden und sprachpolitische Grundsätze zu formulieren. Bei der ÖDaF-Jahrestagung 1994 soll im November 1994 ein Arbeitskreis zur Präsentation des Projekts stattfinden.
Im pädagogischen Begleitprogramm der Interpädagogica im November 1994, Wien, soll eine Vorstellung der Praxisbeispiele aus dem Projekt gegeben werden. Einladung eingegangen.
Publikationen
"Deutsch ist meine neue Zunge". Möglichkeiten der Förderung von Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache (Gauß/Lau). Für Studientext "Montessori-Pädagogik", Hg. von Herbert HABERL, Reihe "Schule und Erziehung", Gschier ed., Jugend und Volk Verlag.
"Die helfende Aufsatzkorrektur" (Lau). Kurzfassung in: Zirkular Juni 1994 "Interkulturelles Lernen". Langfassung für "Interkulturelle Bildung - Lernen kennt keine Grenzen. Band 2. Praxisbeispiele" (Gauß/Harasek/Lau eds.).
"Die Öffnung Österreichs Schulen für Deutsch als Zweitsprache" (Lau). In: Einblicke. Sonderband des ÖDaF zur X.Internationalen Deutschlehrertagung in Leipzig 1993, S.26-39, Wien 1993.
Spracherwerbsprofil-Kopiervorlage für den Studienbetrieb (Lau). In Zirkular März 1994 "Interkulturelles Lernen".
"Schule und Sprachenrechte für autochthone Volksgruppen und Immigranten" (Lau); erscheint in: Wodak/de Cillia eds., Passagen Verlag, Wien (geplant 1994).
"Können Schüler Gäste sein?" (Lau); erscheint in: Blüml/Wildner eds., Peter Lang Verlag, Frankfurt (geplant 1994).
Im Berichtsband der X.Internationalen Deutschlehrertagung befinden sich Hinweise auf die gehaltenen Referate von Lau: Deutsch als Fremdsprache in einer sich wandelnden Welt. Tagungsbericht. München, Iudicium-Verlag, 1994.
Herausgabe des Studientextes "Interkulturelle Bildung - Lernen kennt keine Grenzen." Band 1. Eine Einführung (Gauß/Harasek/Lau eds.). Reihe "Schule und Erziehung", Gschier ed., Jugend und Volk Verlag, 1994.
Aktualisierung der Kapitel "Sprachpolitische Maßnahmen gestern und heute in Österreich" und "Sprachpolitik auf übernationaler Ebene" (Lau), in "Interkulturelle Bildung", s.o.
"Projektarbeit: Das Ausländerproblem - ein Inländerproblem" (Gauß) für "Interkulturelle Bildung", s.o.
Anfertigen des Registers von 800 Stichwörtern sowie Zusammenstellung der Institutionen- und Literaturliste in "Interkulturelle Bildung", s.o. "Mehrsprachigkeit in Österreichs Schulen: "Liegst dem Erdteil du inmitten, einem starken Herzen gleich"?" (Gauß/Lau) In: SOCIOLINGUISTICA - INTERNATIONALES JAHRBUCH FÜR EUROPÄISCHE SOZIOLINGUISTIK 7. Max Niemeyer Verlag, Tübingen 1993, Seite 1 - Seite 11.
Herausgabe der Zirkulare "Interkulturelles Lernen", Nov. 1993; März 1994; Juni 1994.
"Schulbücher - wunschloses Unglück ?" DAS SCHULBLATT 2 (1993), S. 18-19 (Lau).
Planung der Herausgabe von "Interkulturelle Bildung - Lernen kennt keine Grenzen. Band 2. Praxisbeispiele" (Gauß/Harasek/Lau eds.). Reihe "Schule und Erziehung", Gschier ed., Jugend und Volk Verlag (geplante Endredaktion September 1994, Erscheinen Frühsommer 1995)
Salzburg, 6.7.1994
(Prof. Dr. Rainer Gauß) (Prof. Mag. Gerd Lau)